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Ein Tag auf Inis Mór

gretchens fragen: Ein Tag auf Inis Mór

Samstag, 27. Februar 2016

Ein Tag auf Inis Mór

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Ich war Anfang des Monats acht Tage lang in Irland und das war, glaube ich, die allerschönste Reise, die ich bisher in meinem Leben unternommen habe. Seither habe ich darüber nachgedacht, was und wieviel von meiner Reise ich hier teilen möchte.
Meine Entscheidung ist schließlich auf unseren Tagesausflug auf eine der Aran-Inseln, Inis Mór, gefallen, weil ich mich noch nie so lebendig gefühlt und noch nie so über die Natur und die Menschen gestaunt habe wie auf dieser Insel. Mit 15 Kilometern Länge ist sie die größte der drei bewohnten Inseln, etwa 850 Menschen leben dort und hegen und pflegen die gälische Sprache und Kultur.

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Wir sind mit der Fähre von Ros a' Mhíl, das etwa eine Stunde entfernt von Galway liegt, auf die Insel gefahren. Ursprünglich wollten wir mit der eigenen Fluglinie Aer Arann Islands auf die Insel fliegen, damit wir dort mehr Zeit haben, aber ich konnte kein Ticket buchen und habe dann online einen Artikel gefunden, der darauf schließen ließ, dass es diese Linie wohl schon nicht mehr gibt oder aber nicht mehr lange geben wird.

In einer Dreiviertelstunde waren wir schlussendlich mit der Fähre dort, allerdings war das die längste Dreiviertelstunde meines Lebens. Das Meer war an diesem Tag besonders stürmisch und außer uns beiden war so ziemlich jeder einzelne Fahrgast seekrank. Dass alle bleich und gelb im Gesicht mit ihren Speibsackerln dasaßen, war doch recht beklemmend, und obwohl es uns abgesehen davon soweit gut ging, waren wir unfassbar erleichtert, als wir in Cill Rónáin anlegten und das Boot verlassen konnten.

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Ursprünglich hatten wir vor, uns auf der Insel Räder zu mieten und sie so zu erkunden, aber nachdem uns die Dame in der Touristeninformation gesagt hatte, dass für den ganzen Tag immer wieder Schauer angesagt wären und der letzte dieser Art 'brutal' gewesen sei, sind wir recht schnell wieder von diesem Vorhaben abgekommen. Wenn ein Mensch, der auf einer windgepeitschten Insel im Atlantik, auf der das Wetter minütlich umschlägt, wohnt, Regenschauer 'brutal' nennt, können wir uns wahrscheinlich gar nicht einmal vorstellen, wie die sein müssen.

Wir haben dann an einer Minibustour mit einem unglaublich sympathischen, bodenständigen Inselbewohner mit weißen Haaren und Sturmfrisur teilgenommen, der uns nacheinander die Sehenswürdigkeiten der Insel zeigte, alle unsere Fragen beantwortete und uns auch bei der Festung Dún Aonghasa gut zwei Stunden zum Wandern ließ. Und als er über alle, die es doch mit dem Rad versuchen wollten und an unserem Bus vorbeifuhren, 'crazy' nannte, waren wir uns sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


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Die ganze Insel ist mit in Trockenbausweise aufgeschichteten Steinmauern in kleine Felder aufgeteilt, insgesamt sind diese uralten Mauern etwa 1000 Kilometer lang. Früher befanden sich hier wohl überall Schafe, wenn wir unseren Guide richtig verstanden haben. Heute sind vereinzelt ein paar Rinder zu sehen, außerdem die Ponys, die in der Hauptsaison die Ponykutschen für die Touristen ziehen.

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Der Weg nach Dún Aonghasa war unglaublich stürmisch und ich glaube nicht, dass ich so etwas davor schon jemals erlebt habe. Zweimal hat mich der Wind sogar umgeblasen und ich bin gestürzt, glücklicherweise habe ich nur ein paar blaue Flecken davongetragen.

Als wir beim prähistorischen Steinfort Dún Aonghasa angelangt sind, das angeblich von vorkeltischen Ureinwohnern erbaut worden war, wollte ich, die ich glücklicherweise frei von Höhenangst bin, auch unbedingt ganz an den Rand der Klippen gehen, um die 91 Meter in die Tiefe zu schauen. Da ich meine beiden Stürze noch frisch in Erinnerung hatte und vorsichtig sein wollte, ist es dann eine Art Robben geworden und als ich am Rand der Klippen in die Tiefe schaute, brauste mir der Wind scharf um die Ohren, trieb mir die Tränen in die Augen und raubte mir den Atem. Und gleichzeitig spürte ich mit jeder Zelle meines Körpers den Boden, an den ich mich ganz fest drückte und an dem ich mich festkrallte. Ich glaube, ich war noch nie so sehr am Leben.

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Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, kann ich einfach nur staunen. Über die Natur, die auch an diesem windgepeitschten, regnerischen, widrigen Ort einen Weg findet und wunderschöne Landschaften hervorbringt, über die Menschen, die auf ihrer Insel die gälische Kultur und Sprache pflegen und bewahren und über die vielen, unglaublich vielen Bilder und Gefühle, die diese Erinnerungen in mir wachrufen.


Ich trage auf den Bildern eine Jacke von Patagonia, einen Schal von Acne Studios, eine Haube von Fair Trade Cashmere und Schuhe von Waldviertler.


Vielleicht wollt ihr mir ja auch ein wenig über eure schönsten Reiseziele oder Erinnerungen erzählen?

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8 Kommentare:

Am/um 27. Februar 2016 um 20:28 , Anonymous Anonym meinte...

hey :))
deine Begeisterung für Irland und Inis Mor kann ich nur zu gut nachvollziehen :))
Ich lebe nun seit schon 7 Monaten in Galway und die Natur, die Menschen und ihre Kultur beeindrucken mich immer wieder aufs Neue. Ich hab Inis Mor an einem ausnahmsweise ;) schönen Tag mit dem Rad erkundet, aber ich kann dir sagen dass es doch ziemlich anstrengend ist, weil die Insel nunmal ein paar Hügel hat. Also die Bustour war bestimmt eine gute Entscheidung :)Dún Aonghasa und das Wormhole haben mich auch mit einem staunenden Gesichtsausdruck zurückgelassen, weil die Natur einfach so wahnsinnig beeindruckt !!

 
Am/um 27. Februar 2016 um 20:38 , Blogger Barbara meinte...

Das ist ja unglaublich! Galway hat mir so gut gefallen, wir hatten so großes Glück mit unserem B&B - ein freundliches, zuvorkommendes Ehepaar als Gastgeber, Ausblick aufs Meer, tolles irisches Frühstück, untermalt von klassischer Musik.
Ich glaub dir das sofort, dass das anstrengend geworden wäre, ich bin momentan noch dazu überhaupt nicht fit. Außerdem hätten wir dann bestimmt nicht so viel gesehen. Mich hat es ja gefreut, dass zwischendurch immer wieder die Sonne hervorkam.

Lieben Gruß!

 
Am/um 27. Februar 2016 um 22:19 , Blogger Marcel Richter meinte...

Danke für den schönen Bericht.
Vielleicht finde ich ja auch irgendwann einmal meinen Weg dorthin :)

LG Marcel
https://www.instagram.com/marcel_richter_in_vienna/

 
Am/um 1. März 2016 um 22:50 , Blogger Julia meinte...

Irland ist einfach so beeindruckend, ich möchte unbedingt noch einmal hin! Ich finde es so wahnsinnig mutig, dass du am Rand der Klippe heruntergeschaut hast und glaube dir, dass du dich noch nie so lebendig gefühlt hast. Danke für die schönen Fotos, erinnert mich sehr an meinen Irland-Urlaub :)

 
Am/um 2. März 2016 um 02:00 , Blogger Carolin Se meinte...

Wie cool!
Ich mache gerade zwei Auslandssemester in Irland und war gerade diesen Samstag auch auf Inis Mor :D
Ich fand die Landschaft auch total beeindruckend, gerade die Klippen ohne Absperrung waren atemberaubend!
Bei uns war es aber nicht so windig, deshalb haben wir eine kleine Fahrradtour über die Insel gemacht :)

Liebe Grüße

http://nilooorac.blogspot.de/

 
Am/um 7. März 2016 um 18:37 , Blogger Barbara P meinte...

Hi:) richtig toller Beitrag zu Irland! Ich war vor circa 6 Jahren (omg das klingt als wäre ich 100^^) auch in Irland in Galway und war auch auf der Insel! Ich hatte mehr Glück mit dem Wetter als du und konnte eine kleine Fahrradtour unternehmen:) Dank dir schwelge ich jetzt wieder in Erinnerungen und möchte wieder dorthin ^^
LG, Barbara

 
Am/um 7. März 2016 um 18:38 , Blogger Barbara P meinte...

Hi:) richtig toller Beitrag zu Irland! Ich war vor circa 6 Jahren (omg das klingt als wäre ich 100^^) auch in Irland in Galway und war auch auf der Insel! Ich hatte mehr Glück mit dem Wetter als du und konnte eine kleine Fahrradtour unternehmen:) Dank dir schwelge ich jetzt wieder in Erinnerungen und möchte wieder dorthin ^^
LG, Barbara

 
Am/um 3. April 2016 um 16:23 , Blogger Mara meinte...

Dein Ausflug klingt wirklich sehr schön und auch die Bilder bestärken deine Worte :-) es gibt einfach nichts schöneres als zu reisen, da fühlt man sich immer so lebendig! Ich war noch nie in Irland, möchte aber sehr gerne mal dort hin. Danke dass du dein Erlebnis mit uns teilst :-)

Liebe Grüße Mara
http://missmarablog.blogspot.co.at/

 

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