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Unterwegs im Ersten

gretchens fragen: Unterwegs im Ersten

Montag, 4. Januar 2016

Unterwegs im Ersten

Version 2

Weil ich mir letztes Jahr immer wieder gedacht habe, wie schade es doch ist, dass man in der Ferne mit ganz anderen Augen durch die Welt geht, so viel sehen und machen möchte und sich vor der eigenen Haustür grundverschieden verhält, möchte ich auf gretchens fragen eine neue Beitragsreihe starten: Unterwegs in Wien.
Jeden Monat werde ich mir einen anderen Wiener Bezirk vornehmen, jetzt im Jänner den Ersten, im Februar den Zweiten, im März den Dritten, und so weiter. Es soll bei diesen Beiträgen drei Kategorien geben: Gesehen, Gegessen und Gestöbert. Ich werde also im jeweiligen Bezirk immer eine Sehenswürdigkeit, ein Lokal und ein besonderes Geschäft besuchen und darüber berichten. Ich weiß nicht, ob es immer möglich sein wird, aber ich möchte dafür vor allem Orte auswählen, die ich selbst auch noch nicht kenne oder aber schon länger einmal besuchen wollte.
Im ersten Bezirk habe ich die Star Wars Identities Ausstellung im MAK, die L'Osteria in der Bräunerstraße und die Schönbichler Theehandlung in der Wollzeile besucht.

Gesehen


Da ich noch unsicher war, welche Fotos ich für diesen ersten Beitrag haben wollen würde, war ich ein wenig auf die Gunst des Liebsten angewiesen. Und da der schon von der Star Wars Identities Ausstellung im MAK (Museum für angewandte Kunst), die noch bis zum 16. April 2016 zu sehen ist, gesprochen hatte und ich ohnehin durch das Aufwachsen mit zwei jüngeren Brüdern ansatzweise so etwas wie ein Star Wars-Fan geworden bin, war ich von der Idee sehr angetan.

Ich hatte vorab zwar gelesen, dass es vor allem jetzt in der letzten Ferienwoche und an Wochenenden nicht schlecht ist, wenn man die Karten für die gewünschte Einlasszeit schon im Vorhinein besorgt, damit man beim Einlass nicht warten muss, aber bei uns war alles ein wenig kurzfristig. Deshalb sind wir einfach ganz, ganz früh und ziemlich bald nach dem Aufsperren des Museums dort gewesen und das hat ausgezeichnet funktioniert, da noch viel weniger Leute dort waren als später am Tag. Der Preis für die Eintrittskarte ist recht stolz, außerdem an Wochenenden noch einmal um 3€ teurer. Und ja, wir waren am Wochenende dort. Wie gesagt, es war alles ein wenig kurzfristig.

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Man erhält am Eingang einen Audioguide und ein Armband für den interaktiven Teil der Ausstellung. Audioguides stressen mich normalerweise immer ziemlich, da ich mich mehr darauf konzentriere, welche Nummer ich als nächstes drücken muss, als darauf, was eigentlich gesagt wird. Dieser Audioguide war glücklicherweise ein wenig unkomplizierter und somit stressfreier für mich, er hat, wenn man in einem bestimmten markierten Bereich stand, von ganz alleine begonnen.

Mit dem Armband kann man an zehn unterschiedlichen interaktiven Terminals, die sich den Faktoren Ursprung, Einflüsse und Entscheidungen widmen, eine eigene Star Wars-Persönlichkeit erstellen. Das soll einen dazu einladen, sich selbst zu entdecken und zu verstehen, welche Mächte einen geformt haben und immer noch formen. Der Prozess ist allerdings meiner Meinung nach spannender und vielschichtiger als das Ergebnis, die Absätze zur eigenen Star Wars-Persönlichkeit, die man sich als Email zuschicken lassen kann, wirken vorgefertigt und ein wenig steif. Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, sie zu erstellen.

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Wirklich begeistert haben mich die eigentlichen Exponate. Ich habe, bevor ich etwas über die Ausstellung gelesen hatte, eher mit Star Wars-Kunst und Werken, die sich mit der Rezeption der Filme beschäftigen, gerechnet. Die Plakate, die die Ausstellung ankündigen und auf denen meist Yoda oder Darth Vader künstlerisch dargestellt sind, haben diesen Eindruck bei mir noch verstärkt. Jedenfalls hätte ich nicht gedacht, dass man wirklich so viele Originalkostüme, -objekte und -skizzen zu sehen bekommt. Und wenn ich Kinder ganz aufgeregt und mit glänzenden Augen vor den Vitrinen sah, musste ich zwar äußerlich schmunzeln, aber eigentlich ging es mir innerlich oft ganz genauso.

Man sieht auch schon einige Exponate aus der Episode VII - Das Erwachen der Macht, die seit Dezember im Kino ist. Mir sind konkret das Sturmtruppenkostüm der Ersten Ordnung, der Droide BB-8 und ein neuer Widerstand-Kampfpilotenhelm aufgefallen.

Schmunzeln musste ich auch über einige Hintergrundinfos, die man erfährt. So wurden zum Beispiel die Laute, die die Wookiees von sich geben, aus Schwarzbären- und Walrosslauten gemischt oder die Visiere der Kampfpilotenhelme deshalb gelb eingefärbt, weil durch die Hitze in den Cockpits das Make-up der Schauspieler regelmäßig zerflossen ist.

Für den Besuch sollte man einiges an Zeit einplanen, empfohlen werden einem 90 Minuten, wir waren sogar etwa zweieinhalb Stunden unterwegs. Fotografieren ohne Blitz und Stativ ist erlaubt. Im Vergleich zu anderen Museen und Ausstellungen ist der Eintritt aber wirklich teuer. Man bekommt zwar auch viel geboten, aber es ist und bleibt trotzdem viel Geld.
Es wird damit geworben, dass die Ausstellung für Besucher jeden Alters und Vorwissens geeignet ist. Während ich dem grundsätzlich auf jeden Fall zustimme, glaube ich, dass man, wenn man kompletter Star Wars-Neuling ist, einfach weniger davon hat und mit einem noch schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnis aussteigt.

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Gegessen


Bis wir bei L'Osteria in der Bräunerstraße, einer Seitengasse vom Graben, angelangt sind, waren wir beide schon ziemlich durchgefroren. Wir hatten Glück und haben auch ohne Reservierung sofort einen Tisch bekommen, aber während wir dort waren, hat sich am Eingang immer wieder eine Schlange an wartenden Gästen gebildet. Ich empfehle es also, einen Tisch zu reservieren, wenn man nicht warten möchte.

Die Räume sind sehr groß und hoch, dieser Eindruck wird durch einige große Spiegel an der Wand noch verstärkt. Trotzdem fühlt man sich als Gast nicht verloren, wahrscheinlich hat das etwas mit der Art und Weise zu tun, wie die Tische angeordnet sind. Die Küche ist offen und die Stimmung entsprechend betriebsam, aber auf eine Art und Weise, die wir nicht als störend empfunden haben. Für die Lage sind die Preise außerdem mehr als in Ordnung, ich war richtig überrascht, dass wir am Ende nicht mehr gezahlt haben.

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Wir wurden sehr schnell bedient, allerdings waren Christians Gnocchi und sein Salat um einiges schneller da als meine Pizza. Das alleine hätte ich noch nicht so schlimm gefunden. Als meine Pizza dann aber ankam, war, obwohl ich sie ohne Käse bestellt hatte und mir der Kellner bei der Bestellung bestätigt hatte, dass dies möglich sei, ziemlich viel Parmesan drauf. Ich muss wohl sehr bedrückt ausgesehen haben, als er sie mir hinstellte, denn er hat mich sofort gefragt, ob etwas nicht in Ordnung sei. Er hat dann in der Folge allerdings recht genervt und ungehalten reagiert und das hat mein Unbehagen nicht gerade weniger werden lassen. Ich fühle mich ohnehin immer so schlecht, wenn ich etwas zurückschicken muss.

Glücklicherweise hatte ich Christians Rat zu Anfang befolgt und keine Vorspeise bestellt, denn sonst hätte ich nicht einmal ansatzweise eine Chance gehabt, die ganze Pizza zu essen. Die ist nämlich riesig, hängt auf allen Seiten über den Tellerrand und hat in etwa einen Durchmesser von einem halben Meter. (Wirklich.) Schön hat das bestimmt nicht ausgesehen, wie ich sie gegessen habe, aber als ich fertig war, war ich schon ein bisschen stolz auf mich.

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Gestöbert


Bisher bin ich immer nur abends bewusst an der Schönbichler Theehandlung in der Wollzeile vorbeigegangen, wenn sie bereits geschlossen war, und habe über die vielen großen Teedosen gestaunt, die fein säuberlich in den Regalen aufgereiht waren. Deshalb haben wir uns diesmal ganz gezielt auf den Weg in die einzigartige Theehandlung, die sich schon seit 1870 ein paar Schritte abseits vom Treiben um den Stephansplatz befindet, gemacht. Feinsten Tee und Spirituosen bekommt man dort.

Normalerweise kann man auf der Galerie im Geschäft den Tee auch vor Ort trinken, allerdings waren wir zu knapp nach Weihnachten dort und die Galerie war noch geschlossen. Wir haben stattdessen beschlossen, Bio-Gyokuro-Grüntee aus Japan zu kaufen und im goldenen Schönbichler-Sackerl nachhause zu tragen. Die Dame, die uns bedient hat, hatte auch einige Ratschläge für uns, wie der Schattentee vom letzten Herbst am besten zur Geltung kommen würde. Lose im Wasser schwimmen lassen, denn er wäre zu schade für Teefilter, dann einfach abseihen. Gerne mehrmals aufgießen, bis zu fünf- oder sechsmal. Das Wasser sollte in etwa 60-80 Grad haben, je hochwertiger der Tee, desto weniger heiß muss es sein. Den Tee im Gemüsefach im Kühlschrank aufbewahren, nachdem die Verpackung geöffnet ist. Und am wichtigsten, sagte sie abschließend, sei es, sich Zeit zu nehmen und ihn zu genießen.

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Ich wäre total neugierig, wie ihr die Beitragsreihe Unterwegs in Wien findet und ob das etwas ist, das euch interessiert. Ich plane sie schon so lange, dass sie eine Art Herzensprojekt für mich geworden ist. Kennt ihr außerdem einen der Orte, die ich für diesen Beitrag besucht habe? Was waren eure Erfahrungen?
Und wenn ihr für den Beitrag nächsten Monat und den zweiten Bezirk Tipps habt, lasst sie doch auch gerne in den Kommentaren da.



*PR-Sample.
Der Sweater, den ich im ersten Bild trage, wurde mir kostenlos von JAN 'N JUNE zur Verfügung gestellt.

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21 Kommentare:

Am/um 4. Januar 2016 um 11:37 , Blogger OneMoment meinte...

Wow - was für ein toller Beitrag.

 
Am/um 4. Januar 2016 um 12:59 , Blogger MissXoxolat meinte...

Sehr schöner Beitrag!
Die Star Wars Identities steht auch noch auf meiner Liste! Danke für den tollen Einblick!
Der Schönbichler war früher immer ein Fixpunkt, wenn ich meinen Vater Freitags von der Arbeit abgeholt habe. Dann sind wir von seinem Geschäft im 8. immer zu Fuß in den 1. Beim Schönbichler kauft er schon seit Jahrzehnten Tee!

Tipps für den Zweiten: definitiv Prater, Augarten und der Karmelitermarkt, generell das Judenviertel rund herum! Früher waren wir sehr oft im Cafe Sperlhof in der Großen Sperlgasse. Das urige Cafe ist ein El Dorado für alle Brettspiel-Liebhaber - und guten Tee gab's (zumindest damals) auch!

LG Angelika

 
Am/um 4. Januar 2016 um 15:04 , Blogger Miriam meinte...

So eine tolle Idee, liebe Barbara! Ich hoffe schon lange heimlich, dass du etwas über Wien und seine besonderen Ecken schreiben wirst, denn eine Reise dorthin steht auf meiner Wunschliste für 2016. Dieser Artikel und die Aussicht auf weitere steigern meine Vorfreude noch mehr! :)

 
Am/um 4. Januar 2016 um 15:19 , Blogger Hélianthe von WasmachtHeli com meinte...

Ok, jetzt möchte ich gern sofort wieder Urlaub haben. :)

Es hat mir sehr gut gefallen, Dich virtuell begleiten zu können. Deine Stadt hat sicher vieles, das man entdecken kann. Bei meinem kleinen Dorf ist man quasi in 15 Minuten von einem Ende zum anderen gelaufen. :)

Ich freue mich auf Teiil 2.

 
Am/um 4. Januar 2016 um 15:24 , Blogger kerstinix meinte...

Oh was für eine tolle Reihe - ich finde es toll wenn man seine Heimat auch ein bisschen besser kennen lernt und besichtigt! Die Star Wars Identities Ausstellung will ich unbedingt auch mal ansehen - dein Einblick macht mir da gleich noch mehr Lust darauf :)

Liebe Grüße, Kerstin

 
Am/um 4. Januar 2016 um 15:36 , Blogger LasheswithMascara meinte...

Ein richitg schöner Post und eine super Idee, mit der Ausstellung hätte mein Freund seine Freude. Ich habe auch schon überlegt ab und zu einen Wien-Post zu machen, Schönes gibt es hier ja schließlich genug :)

 
Am/um 6. Januar 2016 um 10:53 , Anonymous Stephi Drexler meinte...

Mir hat der Post gefallen und ich finde diese Reihe ist eine super Idee. Bin schon gespannt auf die nächsten Bezirke :)

 
Am/um 10. Januar 2016 um 20:41 , Blogger Corinna meinte...

Hallo Barbara,

das find ich auch mal eine super Idee mit der Blogreihe! Vielleicht sollte ich das in Stuttgart auch mal anfangen- zumindest erkunden mein Freund und ich im Sommer immer neue Ecken auf den Rädern :)
Übrigens schade mit der Pizza - kann mir die Situation gut vorstellen und mir ist sowas auch immer ganz unangenehm. Aber hej, der Kunde sollte König sein!
Ganz liebe Grüße,
Corinna
http://www.kissenundkarma.de/

 
Am/um 13. Januar 2016 um 08:56 , Blogger Michèle Kruesi meinte...

oooh ich liebe solche teeläden und tee ja generell. sollte mich auch mal wieder neu ausstatten :P
www.thefashionfraction.com

 
Am/um 13. Januar 2016 um 21:47 , Blogger The constant efforts meinte...

Ja, wenn man einen Bruder/ Brüder hat, kennt man zwangsweise Star Wars! ;) Aber in die Ausstellung wäre ich auch gegangen. Die Blogreihe finde ich super. Ich war zu letzt als Kind in Wien und möchte gerne bald hin :)
LG
Kathi

 
Am/um 26. Januar 2016 um 13:53 , Blogger beautyfaible meinte...

Toller Beitrag! Finde diese Postreihe total lieb.
Wenn du beim 4ten Bezirk angekommen bist kann ich dir die http://www.vollpension.wien/ wärmstens empfehlen.
Ich war selbst erst dieses Wochenende auf einen frisch gebackenen Kuchen dort. Es ist einfach total schön den älteren Damen beim Backen zuschauen zu können und immer die herrlich frischen Kuchendüfte zu riechen =)
Liebe Grüße,
Victoria

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:24 , Blogger Barbara meinte...

Dankeschön!

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:25 , Blogger Barbara meinte...

Danke für deine Tipps, Angelika! :-) Bin gerade in den Vorbereitungen für den nächsten Beitrag.

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:25 , Blogger Barbara meinte...

Juhu, das freut mich! Ich werde mir Mühe geben bei den nächsten Beiträgen :-)

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:26 , Blogger Barbara meinte...

Dankeschön!

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:26 , Blogger Barbara meinte...

Schau sie dir unbedingt noch an, ich fand sie sehr besonders.

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:26 , Blogger Barbara meinte...

Das ist so wahr! Danke dir :-)

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:27 , Blogger Barbara meinte...

Freut mich! Bereite gerade den für den Februar vor ;-)

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:27 , Blogger Barbara meinte...

Jaaa, das wäre toll!

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:27 , Blogger Barbara meinte...

Freut mich, dass sie dir gefällt! Danke für deinen lieben Kommentar!

 
Am/um 28. Januar 2016 um 12:28 , Blogger Barbara meinte...

Danke für deine Empfehlung, Victoria! Kannte ich noch gar nicht :-)

 

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Barbara

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