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Beauty Bag-Geheimnisse mit Alice

gretchens fragen: Beauty Bag-Geheimnisse mit Alice

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Beauty Bag-Geheimnisse mit Alice

Version 2

Auf das Monatsende freue ich mich meistens sehr, denn das heißt, dass es wieder Zeit für einen Beitrag der Serie Beauty Bag-Geheimnisse ist, für die mich jeden Monat besondere Frauen in ihre Beauty Bag schauen lassen und mir ihre Lieblinge zeigen.
Ich mag diese Beiträge so gerne, da ich Monat für Monat Zeit mit unglaublich lieben Freundinnen verbringen und mit ihnen über Sachen reden kann, die sonst vielleicht kein Gesprächsthema zwischen uns wären. Da ich aber seit Längerem darauf achte, dass die Kosmetik, die ich verwende, reizarm ist, der Großteil der in diesen Beiträgen gezeigten Produkte es aber nicht ist, bin ich immer mehr in einen Zwiespalt geraten, ob die Beauty Bag-Geheimnisse überhaupt noch zu mir und meinem Blog passen.
An dieser Stelle kommt Alice ins Spiel. Sie ist meine Studienkollegin und Lieblingsitalienerin und hat mir bei einem leckeren Essen im Deli Bluem viele Stunden lang über ihr unfassbar geniales, nachhaltiges, minimalistisches Leben erzählt, Kosmetik dabei ganz an den Rand rücken lassen und mich so aus dem Zwiespalt befreit. Und mich dazu inspiriert, jede meiner Handlungen noch einmal zu hinterfragen.

Disclaimer: Zu diesem Beitrag inspiriert hat mich die Serie The Beauty Bag bei Vivianna Does Makeup.
Ich selbst habe zu Akne neigende Problemhaut und achte darauf, dass zumindest in den Produkten, die ich im Gesicht verwende, kein reizender Alkohol und keine reizenden Duftstoffe sind. Ich denke aber, dass man, solange man keine Probleme hat, verwenden kann, was man möchte und womit man gut zurecht kommt.

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'Ja, also Nachhaltigkeit. Alles hat damit angefangen, dass ich nach der Matura nach Wien gezogen bin. Ich fand es so inspirierend, mit all den Leuten, die ich damals gerade neu kennenlernte, zu sprechen. Teilweise hatten sich die schon um Nachhaltigkeit bemüht und schlussendlich habe ich durch diesen Gedankenaustausch wohl auch angefangen, meine Gewohnheiten und Abläufe zu hinterfragen.

Eines der ersten Themen, das ich angehen wollte, war mein Bad. Sonderlich viele Beautyprodukte habe ich ohnehin nie besessen, aber ich wollte auch das Wenige, das ich hatte, noch minimieren und ausmisten. Zu der Zeit habe ich mich viel mit dem Problem Plastikmüll beschäftigt, wohl auch durch den Film Plastic Planet, den ich damals gesehen habe. Ich habe mir meine Zahnbürste angesehen und gedacht, dass das auch anders gehen muss und begonnen, nach einer plastikfreien Alternative zu suchen. Meine jetzige Zahnbürste ist komplett aus Bambus, selbst die Borsten. Weil auf Schweine- oder Dachsborsten verzichtet wurde, ist sie also auch vegan. Ganz zufrieden bin ich allerdings immer noch nicht, weil der Bambus aus Indien stammt, die Verarbeitung in Polen stattfindet und so die ganze Ökosache wegen der langen Transportwege wieder relativiert wird. Aber zumindest entsteht nach der Benutzung kein Plastikmüll. Nach der Sache mit der Zahnbürste habe ich dann auch noch alle anderen Produkte wie Shampoo usw. reduziert.

Verpackungen, so viele Verpackungen! Als Mensch ist man Gast auf Erden, wie sie bei Waldviertler sagen, und deshalb soll man so wenig Müll wie möglich hinterlassen. Und schon gar nicht Müll, der sich erst in Jahrhunderten abbaut. Was mich deshalb auch fasziniert, ist die Zero Waste-Bewegung. Ich habe sogar begonnen, bei meiner Zahnpasta selbst zu experimentieren, muss aber doch auf meine Zähne aufpassen. Daher habe ich dann mit dem Selbermachen wieder aufgehört und verwende jetzt diese Tonerdezahnpasta von Tea Natura Cosmesi.'

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'Das, was im Bad begonnen hat, hat sich auch auf Lebensmittel übertragen. Saisonal, regional und biologisch sollte man unterstützen, finde ich. Und Kochen ist keine Zeitverschwendung, gemeinsam zu essen das Schönste. Ich hatte auch eine vegane Phase, vegetarisch bin ich in Wien ohnehin meistens. Fleisch und Fisch esse ich nur daheim in der Steiermark, wo ich genau weiß, wo diese Lebensmittel herkommen. Supermärkte boykottiere ich so gut es geht, auf Märkte gehe ich recht gerne und mit meinen WG-Kolleginnen und -Kollegen habe ich es auch gut getroffen, wir dumpstern eigentlich alles und unglaubliche Mengen davon.

In etwa bis zur Matura wollte ich cool sein und habe meine Kleidung in einschlägigen Läden gekauft, die man eh kennt, H&M zum Beispiel. Ich hatte damals einfach keinen Zugang zu der Information, dass etwas mit der Produktion von Kleidung nicht stimmt, es war mir einfach nicht bewusst. Als ich nach Wien gezogen bin, musste ich dann die Entscheidung treffen, was ich von all meinem Zeug überhaupt mitnehme und habe zum ersten Mal gesehen, wie viel ich überhaupt hatte.
Durch Zufall bin ich auf den Blog Ich kauf nix! gestoßen und habe dann auch den Versuch, nichts zu kaufen, gestartet. Ich bin aber draufgekommen, dass das vor allem wegen Socken und solchen Dingen für mich nicht funktioniert, weil die nach einer gewissen Zeit einfach kaputt werden. Ich habe dann trotzdem etwa 2 bis 2 1/2 Jahre nichts neu gekauft, außer ab und zu in Second Hand-Läden, das kann ich aber auch an einer Hand abzählen.
Socken habe ich schon gekauft, und zwar bei GEA. Und da habe ich dann erkannt, dass es sich auszahlt, auch für Socken mehr auszugeben. Eigentlich ist mir das ja auch schon von meinen Eltern vorgelebt worden: Man kauft sich gute Sachen, die auch ein bisschen mehr kosten dürfen, schätzt sie und hat sie auch lange. Als Jugendlicher vergisst man das sehr oft.
Ein Beispiel dafür sind meine Waldviertler Tramper, die sind inzwischen ein Teil meines Körpers. Auch, wenn es nicht gut für Schuhe ist, sie ununterbrochen zu tragen, begleiten sie mich seit meiner Matura an jedem einzelnen Tag. Außer im Sommer, wo ich auch Sandalen trage. Sie haben sich verändert in der Zeit, aber das ist schön.

Etwas zu kaufen ist für mich ein politischer Akt, du wählst mit jedem deiner Einkäufe, jede Rechnung ist eine Art Stimmzettel. Ich verwende Sachen so lange, wie sie halten und funktionieren. Und wenn ich etwas kaufe, passiert das ethisch vertretbar und fair und bewusst. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir uns darüber Gedanken machen können, und deshalb ist es auch wichtig, jede einzelne unserer Handlungen zu hinterfragen.'

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Danke liebe Alice, dass du mit mir einen ganzen Vormittag verbracht und mir alle diese Gedanken noch einmal gebündelt mitgeteilt hast. Ich schätze dich und bewundere es, wie sehr du in allen Bereichen für deine Überzeugungen eintrittst. Und dass du in Sachen Kleidung schon lange ein Vorbild für mich bist, weißt du ja. Ich bin froh, mit dir gemeinsam zu studieren und dich zu kennen.


Hier geht es noch einmal zu allen Beiträgen der Serie Beauty Bag-Geheimnisse!

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2 Kommentare:

Am/um 31. Dezember 2015 um 13:37 , Blogger Ni-chan meinte...

Ein großartiger Beitrag, der es genau auf den Punkt bringt :)
Vor allem der Vergleich, dass Kaufen ein politischer Akt ist, ist so wahr. So habe ich das noch gar nicht gesehen.
Glücklicherweise haben wir heutzutage die Wahl zu entscheiden, was wir kaufen und wo wir es kaufen. Das möchte ich für das neue Jahr noch stärker verinnerlichen und umsetzen.
Komm' gut ins neue Jahr, liebe Barbara!

 
Am/um 31. Dezember 2015 um 18:19 , Anonymous Julia meinte...

Wow, ich finde es sehr beeindruckend, wie bewusst Alice das Thema Nachhaltigkeit in so viele Bereiche ihres Lebens integriert - Hut ab!
Ein Satz hat mich total an meine Eltern erinnert: Wenige Sachen kaufen, diese dafür aber schätzen und lange tragen. Und ja, auch ich habe das total vergessen, als ich Jugendliche war. Deshalb freue ich mich jetzt umso mehr, wieder nach und nach zur Nachhaltigkeit zurück zu kehren und einfach bewusster zu leben (Hurra: Drei mal "Nach" in nur einem Satz! :) )

Liebe Grüße
Julia von www.schriftundherz.com

 

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