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Olympische Geisterstadt {Outfit}

gretchens fragen: Olympische Geisterstadt {Outfit}

Mittwoch, 22. April 2015

Olympische Geisterstadt {Outfit}

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Obwohl sich Athen eigentlich gar nicht recht weit oben auf meiner Liste mit Wunschreisezielen befand, brachte mich eine glückliche Fügung vorige Woche dorthin. Ich freue mich unglaublich darüber, denn diese Stadt hat mir täglich durch ihre Schönheit von Neuem die Sprache verschlagen und ich hätte es sehr schade gefunden, wenn mir all das entgangen wäre.
Neben den Besuchen historisch interessanter antiker Stätten haben wir uns auch auf den Weg zu einem Stück noch gar nicht so alter Geschichte gemacht und den Olympia-Sportkomplex der Olympischen Sommerspiele, die 2004 in Athen stattgefunden haben, besucht, obwohl wir ursprünglich nicht genau wussten, wie viel wir zu sehen bekommen würden, da das Stadion eigentlich nicht für Besichtigungen geöffnet ist.

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Ich kann mich noch relativ gut an die Spiele vor elf Jahren erinnern, ich war damals in den Ferien gerade bei meinen Großeltern zu Besuch und fand sie unheimlich spannend. Da mein Opa aber nicht wollte, dass ich die ganze Zeit vor dem Fernseher saß, habe ich mich oft im oberen Stockwerk verkrochen, wo ich einen Schwarzweißfernseher mit einer Bildschirmdiagonale von etwa 20 cm entdeckt hatte, auf dem ich die Wettkämpfe ungestört verfolgen konnte, wenn ich die Antenne richtig ausgerichtet hatte. Schon alleine deshalb war der Besuch des Austragungsortes etwas ganz Besonderes für mich.

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Als wir über das Gelände des Olympia-Sportkomplexes spaziert sind und die Bauten betrachtet haben, fühlten wir uns seltsam an die Ciutat de les Arts i les Ciències in Valencia erinnert, die wir vor etwa drei Jahren gemeinsam besucht haben. Fischgrätenmotive in der Stoa, Wirbelsäulenkonstruktionen gigantischer Fische, riesige Flossen, die von den Stadien gen Himmel wiesen, ein Mosaik aus kleinen weißen Fliesenstücken, das durch das Sonnenlicht die Oberflächen funkeln ließ.
Wieder zuhause stellten wir nach einer kurzen Recherche fest, dass diese Ähnlichkeit, wie schon längst vermutet, keineswegs zufällig war, und hinter beiden Anlagen derselbe Architekt steht - Santiago Calatrava. Es ist ganz wundervoll, bereits Gesehenes miteinander vernetzen zu können.

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Bluse: Topshop (Made in EU)
Top: Primark
Leggings: Hue Ultrasuede Leggings
Ballerinas: Grüne Erde (ökologisch und fair)
Schleife: Beauxoxo (handgefertigt von Georgie)
Rucksack: Longchamp Le Pliage in 'Schwarz'
Lippen: The Lipstick Queen 'Medieval'

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Ich weiß zwar, dass ein Teil der Anlage immer noch genutzt wird, im Olympischen Schwimmstadion konnten wir beispielsweise einer Handvoll Athenerinnen und Athenern dabei zusehen, wie sie ruhig ihre Bahnen zogen, außerdem finden unter anderem noch Fußball- und Basketballspiele statt, soweit ich weiß. Trotzdem haftet dem ganzen Olympia-Sportkomplex eine melancholische Leere an, eine Leere, die nichts mit der Größe und dem Glanz zu tun hat, für die er ursprünglich ausgelegt war und die wir zum Beispiel noch auf Fotos aus dem Jahr 2004 sehen können. Ein trauriges Denkmal einstiger Größe.
Eine Handvoll Rollschuh fahrender Kinder in der Stoa, Gras und Blumen, die in der Regenrinne des Velodroms wachsen, zerbrochene Glasplatten auf den Wegen, durch Hütchen und Gitter markiert, leere, schmutzige Wasserbecken mit weißem Mosaik, das an einstigen Glanz erinnert. Eine olympische Geisterstadt.

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Ich bin dann immer ruhiger geworden und habe an all die anderen sportlichen Großereignisse gedacht, die sowohl davor als auch danach rund um den Globus stattgefunden haben, für die man ebenso große Stadien und Anlagen aus dem Boden stampfte, und mein Herz blutet, wenn ich daran denke, wie es dort wohl aussieht. Zuerst aufpoliert und in strahlender Pracht präsentiert, dann nicht mehr benötigt und schließlich vergessen.

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Ich vermute, dass vor allem Geldfragen diese Prozesse steuern und neue Austragungsorte interessanter machen, anstatt über Wiedernutzung bereits bestehender Spielstätten nachzudenken. Eine Tatsache, die mich unfassbar traurig macht, und mich in das Klagelied des vergessenen Olymia-Sportkomplexes miteinstimmen lässt.

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13 Kommentare:

Am/um 22. April 2015 um 16:06 , Anonymous Annanikabu meinte...

Hallo du Liebe! Ich bin gerade irgendwie durch einen anderen Blog hier gelandet und bin gerade überglücklich darüber. Dein Blog gefällt mir ausgesprochen gut und durch diesen Text habe ich bemerkt, dass wir ungefähr gleich denken. Ich finde es auch immer unheimlich schade, dass viele Gelder für etwas ausgegeben werden und danach ist es ungenutzt. Man könnte so viele schöne öffentliche Orte auf diesem Gelände umsetzen - Abenteuerspielplätze, Kartrennbahnen oder einfach nur eine ganz große Wiese, auf der man zusammensitzen und grillen kann. Warum wird das so vernachlässigt? Vielleicht liegt das jetzt auch ganz besonders an Griechenland und den nicht vorhandenen Geldern, aber muss das sein!? Ich finde es klasse, dass ihr euch das Gelände angeschaut habt, du aber von "gemischten Gefühlen" berichtest und das ganze hinterfragst! Aber ich muss sagen, die BIlder von dir unter diesen Bögen sind wirklich wunderschön geworden - also als Fotolocation nutzt dieser Ort wirklich noch etwas! :-)

Danke für den Post und die Inspiration und deine um nachdenken anregenden Worte!
Ganz liebe Grüße
Anna

 
Am/um 22. April 2015 um 18:58 , Blogger Lady-Pa meinte...

das finde ich ja jetzt cool, dass du in athen warst :D im juli geht es für mich und meinen freund nach athen für 5 tage. ok wir sind griechen und 1x muss man da schon in athen gewesen sein, von daher wollen wir auch unbedingt einmal dahin :D
kannst du ein gutes hotel empfehlen? wir sind gerade noch am schauen

Lady-Pa

 
Am/um 22. April 2015 um 19:02 , Blogger Barbara meinte...

Danke dir für deinen unglaublich lieben Kommentar, ich habe mich so sehr darüber gefreut :-)
Ja, da hast du Recht. Dass Gelder dafür ausgegeben werden, damit könnte ich ja noch leben, aber dass diese großartigen Anlagen erst riesige Flächen verschlingen und dann einfach nach dem Ereignis ungenutzt ihr Dasein fristen, versetzt mir einen kleinen Stich.
Ich glaube aber, dass das gar nicht unbedingt an der Situation Griechenlands liegt, in Prag habe ich auch einmal ein riesiges, langsam verfallendes Stadion besucht und wie die Zentren in China, Sotschi, usw. aussehen, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Liebe Grüße,
Barbara

 
Am/um 22. April 2015 um 19:05 , Blogger Barbara meinte...

Oh ja, das ist wahr ;-) Gute Entscheidung, Athen ist so unfassbar schön!
Naja, wir konnten bei einer Bekannten übernachten, deswegen habe ich da keinen konkreten Tipp für dich. Aber ich würde darauf achten, möglichst im Zentrum zu wohnen, die ganzen antiken Stätten lassen sich auch gut zu Fuß erkunden, dann braucht ihr die Metro nur, wenn ihr zum Beispiel nach Piräus (oder zum Olympiagelände ;-) ) fahren wollt.
Liebe Grüße,
Barbara

 
Am/um 22. April 2015 um 19:07 , Blogger Julia meinte...

Super schöne Eindrücke, bis vielleicht auf die letzten drei Fotos, an denen man ja wirklich gut sieht, wie einstig so schöne, prächtige Bauten vergessen werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Wobei das hier sicher mit der Lage Griechenlands zusammenhängt, in der sich das Land momentan befindet. Trotzdem unglaublich schade, weil deine Outfits in den Fotos wahnsinnig gut zur Geltung kommen :)

 
Am/um 22. April 2015 um 19:13 , Blogger Barbara meinte...

Dankeschön :-)
Ich glaube gar nicht, dass es unbedingt ein Problem Griechenlands ist, denn dass solche großen Sportkomplexe nach Großereignissen nicht mehr benötigt werden, ist ja leider kein Einzelfall.

 
Am/um 23. April 2015 um 09:22 , Blogger Kathi meinte...

Das sieht wirklich ein bisschen aus wie in Valencia, da hast du Recht :)
Aber du hast auch Recht mit den Gedanken, dass so riesige Sportkomplexe auch was Verwahrlostes und Verlassenes haben. Diese Verschwendung, die einfach bei allem was wir tun mit von der Partie zu sein scheint, ist einfach irgendwie traurig. Ich will nicht darüber nachgrübeln, wie das Stadion in Brasilien inzwischen aussieht, für das Menschen ihre Häuser verlassen mussten und irgendwelche Straßenhunde abgeknallt wurden, damit es drum rum sauberer aussieht. Und jetzt kräht eben kein Hahn mehr danach... solche Stätten dann anderweitig zu nutzen wird aber glaube ich fast nirgendwo gemacht oder? Dabei könnte man so leicht Konzerte, Live-Übertragungen oder sonst was dort abhalten...
Nichtsdestotrotz war es sicher eine wunderbare Erfahrung für dich, endlich mal live dort zu sein und auch deine Bilder sind sehr gut geworden! :)

 
Am/um 23. April 2015 um 11:43 , Blogger Barbara meinte...

Ja, es hat uns sofort daran erinnert :-)
Naja, manche der Stadien werden schon noch ein bisschen genutzt, aber das steht halt in keiner Relation.
Berlin hat es, glaube ich, ganz gut hinbekommen, aber da spielt sicher der Denkmalscharakter auch nochmal mit...
Liebe Grüße,
Barbara

 
Am/um 24. April 2015 um 09:47 , Blogger Mai Monpipit meinte...

Wow, was für wunderschöne Bilder!
Ich war noch nie in Valencia - deshalb kann ich die Ähnlichkeiten nicht erahnen :D aber schöne Location. Schade, dass die so verlassen ist :(
Liebe Grüße
Mai von Monpipit.de

xox

 
Am/um 24. April 2015 um 12:00 , Blogger andysparkles meinte...

Ein sehr spannender Beitrag, schönes Outfit und tolle Bilder! Ich würde mir das sehr gerne mal selbst anschauen...

 
Am/um 24. April 2015 um 12:27 , Blogger Katharina Berghofer meinte...

So ein süßes Outfit :)
Echt tolle Bilder!

LG
Katharina
www.katharinaberghofer.com

 
Am/um 24. April 2015 um 13:24 , Blogger justambitious meinte...

Tolles Outfit und schöne Bilder.. :)

Liebe Grüße
Dorothea
http://justambitious.blogspot.com/

 
Am/um 25. April 2015 um 14:16 , Blogger like a hobo* meinte...

Du hast eine wunderschöne Figur Barbara! Darf ich bitte auch so eine haben :D
Muss zugeben. Athen stand für mich bis jetzt auch nie weit oben auf meiner Liste, die griechischen Inseln interessieren mich da schon eher. Aber deine Erzählungen machen Lust auf die Stadt :)
Reist du mit deinem Freund ? :)

 

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