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What kind of life is this? {Projekt Nachhaltigkeit}

gretchens fragen: What kind of life is this? {Projekt Nachhaltigkeit}

Samstag, 14. Februar 2015

What kind of life is this? {Projekt Nachhaltigkeit}

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Vielleicht kennt ihr diese Szene schon, vor einiger Zeit habe ich solche Bilder immer wieder auf verschiedenen Seiten auftauchen gesehen. Mein Interesse an 'Sweatshop', einem Reality TV-Format, wo sich drei norwegische Fashionblogger auf den Weg nach Kambodscha machen und dort sehen, unter welchen Umständen und von wem ihre billig erstandenen Schnäppchen produziert werden, hielt sich dennoch in Grenzen. Ein Beitrag von Madeleine auf ihrem Blog Dariadaria hat mich dann schließlich doch neugierig gemacht und ich habe begonnen, mich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Fair Fashion auseinanderzusetzen.

Aufwachen


Ich habe mir die Folgen online angesehen, alle hintereinander, denn wenn man einmal angefangen hat, will man das bereits vorangekündigte große Finale mit den Tränen sehen, so funktioniert Reality TV eben. Die Folgen könnt ihr übrigens alle hier sehen.
Ich habe dann, wie Madeleine das bereits gemacht hatte, auch auf den Blog von Bloggerin Anniken geklickt und war ziemlich enttäuscht davon, dass man nach wie vor keine nachhaltigen Labels finden konnte oder sonst irgendwie erkennt, dass diese Erfahrung abgesehen von Tränen vor der Kamera einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen hat. Das hat mich dann sehr traurig gestimmt, denn wie kann man, wenn man das alles gesehen hat, weitermachen, als wäre nichts gewesen? Und dann hat mich die Erkenntnis wie der sprichwörtliche Blitz getroffen: Ich weiß das auch alles. Ich habe Bilder, Dokumentationen gesehen und Artikel gelesen. Und wo ist der Unterschied, den ich bewirke?

Es ist oft so leicht und unglaublich bequem, mit dem Finger auf andere zu zeigen und laut aufzuschreien, wenn sie etwas falsch machen, aber in Bezug auf die eigenen Fehler ist man blind. Dass Anniken nach dieser Erfahrung weitermacht wie bisher, war ganz schrecklich für mich, aber dass ich mich auch so verhalte, als hätte ich noch nie von den Bedingungen, unter denen das Gros unserer Kleidung hergestellt wird, gehört, war mir nicht sofort klar. Vor meinem eigenen Fehlverhalten habe ich beinhart die Augen verschlossen gehalten.

Umdenken


Jetzt bin ich aufgewacht, wieder einschlafen, wegschauen und weitermachen wie bisher ist einfach keine Option für mich, dazu habe ich viel zu viel vom Weltverbesserer-Gen meiner Mama geerbt. Begeisterungsfähig und willig, unsere kleine Welt zuhause immer wieder neu und besser, überlegter und nachhaltiger zu gestalten. Weniger Plastik in der Küche, Zugfahren statt Auto, ein Fair Trade-Kleidungsstück zu Weihnachten, Kesselgulasch gegen Spenden, ein paar Stunden ihres Lebens für andere. Ich bewundere sie sehr für ihren Idealismus und ihren Glauben daran, dass man selbst diesen Unterschied in der Welt bewirken kann, wenn man das nur möchte.

Wie soll mein Unterschied nun aussehen? Ein bisschen mehr Bemühen, wenn es um Fair Fashion, um Nachhaltigkeit in Sachen Mode geht. Ich möchte keinen Fuß mehr in H&M, Zara, Mango, Forever 21 & Co setzen, stattdessen nach vertretbaren Alternativen suchen, bei denen höhere Standards gelten, ob diese nun vollkommen fair, Made in Europe oder etwas Ähnliches sind, und mit gutem Gewissen auf ein paar richtig schöne Kleidungsstücke sparen.
Meinen Kleiderschrank kann ich nicht sofort radikal ausmisten, denn dann hätte ich nichts mehr anzuziehen. Nachhaltigkeit heißt für mich auch, nichts einfach so wegzuwerfen, es wird also ein langer Prozess, meine Garderobe im Schritttempo zu ergänzen und umzustellen, aber ich freue mich schon darauf.

Links


Besonders inspirierend finde ich für meine ersten Gehversuche in Sachen Fair Fashion Madeleines Blog Dariadaria und ihre Liste mit nachhaltigen Labels, wo ich bereits den einen oder anderen Schatz entdeckt habe. Kurz nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte, veröffentlichte sie jedoch den Beitrag 'Ich bin ein naives Dummchen', wo sie, von Kritikern zur Verzweiflung gebracht und unendlich frustriert, verkündet, dass sie in Zukunft zwar Gutes tun, jedoch nicht mehr  so viel und oft darüber sprechen würde, da es ihr nichts als böse, missgünstige Bemerkungen einbrächte. Ich hoffe sehr, dass sie trotzdem weiterhin Vorbild und Inspiration sein wird für alle, die es ihr gleichtun wollen, öffentlich und privat. Wir werden sehen.

Bitte erwartet nichts Perfektes, Fehlerloses von mir, denn auch für mich ist das noch ganz neu und Vieles muss erst entdeckt und kennengelernt werden. Ich freue mich auf jeden Fall schon unglaublich auf all die Veränderungen, die meine Entscheidung mit sich bringt, und bin gespannt, wohin mich diese Reise führt.

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2 Kommentare:

Am/um 14. Februar 2015 um 16:12 , Blogger LasheswithMascara meinte...

Ein guter und wichtiger Beitrag, deine Mama scheint ja eine sehr bewundernswerte Frau zu sein. Ich weiß nicht ob ich diesen Gedanken so umsetzen könnte wie du bzw. wie sehr das heutzutage möglich ist. Auf alle Fälle hast du damit ein wichtiges Thema angeschnitten und zumindest mich zum nachdenken bewegt!

 
Am/um 14. Februar 2015 um 18:44 , Blogger Barbara meinte...

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, das freut mich. Ich bin mir sicher, dass es heutzutage absolut nicht möglich ist, vollkommen nachhaltig zu leben, aber das ist auch gar nicht der Anspruch, den ich an mich selber habe :-) Ein Versuch soll es werden, und zwar bei Kleidung. Alles andere werden wir noch sehen...

 

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